300
Armſeligkeiten ſind, aber ſie reizten doch ſehr auf. Die Perſonen, welche von dieſen ſogenannten Vorzügen aus⸗ geſchloſſen waren, ſahen dieſelben mit lebhaftem Verdruſſe an. In Frankreich begnügt ſich die Demokratie nicht da⸗ mit, am Fuße des Staatsgebäudes ſich zu verlaufen, ſie iſt auch bis zum Gipfel hinauf geſtiegen. Alle Welt ver⸗ langt Gleichſtellung mit ſeinen Obern. Alles duldet man, nur nicht den unmittelbar über ſich geſtellten Thron. Ich verſchone Sie mit der nähern Aufzählung ſolcher Erbärmlichkeiten, ich zeige nur im Vorbeigehen darauf, um Sie auf die Spur der falſchen Richtung zu bringen, die man damals allen Dingen gab. Das brachte freilich keine wichtigen Anſtöße hervor, aber nur um deswillen,
weil die große Maſſe des Publikums es gar nicht be⸗
merkte; ſie wußte gar nichis von dem, was in dieſer ei⸗ genthümlichen Region vorfiel. Es war ein kleines Ta⸗ ſchenfrankreich, das ſich in das große Frankreich verirrt hatte, eine Art von Zauberſchloß, mit Gräben, Mauern und Wällen umgeben und in einem dichten Walde bele⸗ gen, von dem aus manchmal ferne, unbeſtimmte Gerüchte erſchollen. Der Hof, ſagte man, ſei nicht Mode; aber er hatte bei alledem auf die vornehme Geſellſchaft ſehr großen Einfluß, beſonders im letzten Jahre. Man errieth ſeine den öffentlichen Freiheiten gefährlichen Pläne. Er ſprach ſich ganz beſtimmt gegen diejenigen Perſonen aus, die er im Verdachte der Läſſigkeit oder einer geheimen Mißbilli⸗ gung hatte. Er ließ ſie eine ſtrenge Behandlung, vorzüg⸗


