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Es war noch ſehr zeitig. Ich hatte keine andern Nach⸗ barn, als Damen, Kinder und Aushängeſchilder, einen jungen Menſchen ausgenommen, der mit einer ungeheuern Broſchüre ſehr beſchäftigt war, und einen alten Mann, der ziemlich nachläſſig einen Stoß patriotiſcher Blätter durchlief.
Der Erſtere hatte ſehr angenehme Züge, aber etwas Irres in ſeiner Phyſiognomie. Seine Haare waren glatt und lang. Seine geſtreifte ſeidene Halsbinde begränzte einen dichten Bart. Er trug einen großen, bis an den Hals zugeknöpften Reitrock. Seine Lektüre ſchien ihn ganz zu beſchäftigen und manchmal in Entzücken zu ver⸗ ſetzen. Er ſtieß von Zeit zu Zeit ziemlich laute Ausrufe heraus, wie: Schön! Herrlich! Bewundernswerth! und ſchien zu glauben, er ſitze ganz allein: in ſeinem Studir⸗ ſtübchen.
Auch der alte Herr unterbrach das geſen ſeiner Zei⸗ tungen durch noch raſchere, jedoch minder artikulirte Sil⸗ ben, durch Oh! und Ach! und Pfui doch! Es kam mir auch vor, als habe er einmal: Albernheiten! und ein an⸗ deres mal: Jakobiner! geſagt. Dieſes letztere Wort ſprach er aus, indem er eine Nummer des Figaro auf die Erde warf. Brummend hob er ſie wieder auf, und hätte dabei bald ſeine etwas ſtarkblonde Perücke verloren. Ich will mir keine weitere Mühe geben, ihn auszumalen. Stellt euch Henry Monnier in der erſten Verkleidung ſeiner Fa⸗
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