Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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Mein Freund, ſagt der Kapitain,wenn ich todt ſein werde, geben Sie dieſen Ring meiner armen Marie; es iſt der Verlobungsring ihrer Mutter, einer würdigen Frau, jun⸗ ger Mann, die jetzt bei Gott iſt, oder es gäbe dort oben nicht mehr Gerechtigkeit als auf dieſer Welt. Und dann ſor⸗ gen Sie dafür, daß ich mit meinem Kreuz und meinem De⸗ gen begraben werde. Ich habe keinen andern Freund, als Sie, keine Verwandten, als meine Tochter. Alſo, Sie und meine Tochter hinter meinem Sarge: das iſt Alles.

Warum ſolche Gedanken, Kapitain? ſie ſind zu trau⸗ rig für einen alten Soldaten.

Der Kapitain lächelte trüben Blicks:Alles iſt mir ſeit 1815 fehlgeſchlagen, Herr Eugen, und da Sie verſprochen haben, für meine Tochter zu ſorgen, ſo iſt ihr ein junger und reicher Beſchützer beſſer, als ein armer, alter Vater. Er ſchwieg. Mein Herr wagte nicht mehr, ihn anzureden, und der Greis beobachtete bis zum Orte des Rendezvous ſein Schweigen.

Ein Kabriolet folgte einige Schritte hinter uns. Herr Alfred ſtieg mit ſeinen beiden Sekundanten aus.

Einer der Zeugen näherte ſich uns.Welche Waf⸗ fen hat der Kapitain gewählt?

Piſtolen, antwortete dieſer.

Bleibe im Wagen und gieb auf die Degen Acht, ſagte mein Herr, und alle Fünf gingen in das Gebüſch.

Kaum waren 10 Minuten verfloſſen, ſo hörte ich zwei Piſtolenſchüſſe. Ich fuhr zuſammen, ls wenn ich es nicht

erwar⸗