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dieſe mehr das Werk der Erholung, des Vergnügens oder der Rache, als das der Gottloſigkeit und Irreligioſität!
Das Pariſer Volk hatte auch wohl Zeit, an einem Faſt⸗ nachttage gottlos zu ſein! Das Pariſer Volk, herumſchlen⸗ dernd, unthätig, gutmüthig, geiſtreich, ſollte gottlos ſein am Faſtnacht⸗Dienſtage. Da kennt ihr dieſes Volk beſſer! Es ging in die Kirche Saint⸗Germain⸗’'Auperrois und in den erzbiſchöflichen Pallaſt, weil andere dahin gingen. Aber um den Faſtnachtsochſen vorbeiführen zu ſehen, um auf den Ball der Porte Saint⸗Martin zu gehen, auf die Saturnalien der Barriere: ſeht nur, wie es da Pallaſt und Kirche im Stich läßt. Keinen Pallaſt des Erzbiſchofs mehr zu zerſtören, keine Kirche mehr zu verwüſten, Nichts als den Ochſen zu ſehen und auf den Ball zu gehen, in dieſem augenblicklich noch ſo zornigen Paris! Ihr ſehet alſo wohl, daß der Katholieismus keine Verfolgung zu hof⸗ fen hatte von einem ſolchen Volke, einem Volke, das die halb zerſtörte Kirche verläßt, um der Luſt eines Karnevals⸗ tages ſich hinzugeben. Und eben deshalb können wir wohl ausrufen: Verwünſchung! Verzweiflung!
So iſt der Wirbelwind vorübergegangen. Als der fröh⸗ liche Dienſtag, dem ſeine Brüder voraustraten, uns faſt eben ſo müde gemacht hatte, als der letzte der drei berühm⸗ ten Tage, als die Leihhäuſer, dieſe ſchändlichen Höhlen des Wuchers, die die Habe und das Gewand des Volks zum Vortheile ſeiner Laſter und ſeines Müßiggangs verzehren, von ihrer Beute wimmelten, als dieſe Kriſis der Freude


