Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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bannt! wird kein Altar zerſtört! wird kein Tempel ge⸗ ſchloſſen! Alſo fehlt Alles mit einem Male dem Chriſten⸗ thume, ſelbſt der Verfolgungsgeiſt!

Die ſeit der traurigen Verbannung der Könige ſich ſelbſt überlaſſene Pariſer Kirche hatte in dieſer tiefen Ab⸗ ſpannung nur Einen Moment der Hoffnung, nämlich den Tag, wo Saint⸗Germain⸗l'Auxerrois verwüſtet und der Pallaſt des Erzbiſchofs von Grund aus zerſtört ward. Das war eine gute Gelegenheit, welche diejenigen Seelen hät⸗ ten benutzen können, die begierig waren, ihren Glauben, ſelbſt durch das Märtyrerthum, zu bezeugen. Man beſchäf⸗ tigte ſich doch endlich wieder mit der Religion, in dieſer Stadt, wo Niemand von ihr auch nur ein Wort geſpro⸗ chen hatte, ſelbſt kein verwünſchendes. Unglücklicher Weiſe dauerte der Zorn des Volkes aber nicht lange. Es war das Auflodern eines Augenblicks. Als die Kirche einmal ver⸗ wüſtet war, gab ſie der Pöbel auf, wie ein Kind ſein Spiel⸗ zeug aufgiebt. Es war auf der Stelle die Rede davon, die Wohnung für einen Maire daraus zu machen. Seit ſie nun geſchloſſen iſt, dieſe alte Kirche, die Parochialkirche ſo vieler Könige und ſo vieler Chriſten, hat Niemand be⸗ gehrt, daß ſie wieder geöffnet werde. Niemand geht hin und betrachtet ſie, ſelbſt nicht, wie man Ruinen beſieht; Niemand, ſelbſt nicht die, welche an dieſen Altären zu einer glücklichen Ehe eingeſegnet wurden, ſelbſt nicht die, deren Vorfahren unter dieſem zertrümmerten Fußboden wieder aufgeweckt wurden. Was noch mehr iſt: die Straßenbe⸗