Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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Die litterarilchen Abendgelelllchaften, oder die Dichter unter lich.

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Dae litterariſchen Abendgeſellſchaften, in welchen die Dich⸗ ter ſich vereinigen, um ſich einander ihre Arbeiten vorzule⸗ ſen, und ſich gegenſeitig die neueſten Schöpfungen ihrer Muſe mitzutheilen, ſind keinesweges unſerer Zeit eigen⸗ thümlich. Dergleichen hat ſchon in früheren Epochen der verfeinerten Civiliſation ſtatt gefunden; und von dem Augen⸗ blick an, wo die Dichtkunſt, als ſie aufhörte, die natür⸗ liche und einfache Sprache der umherirrenden Stämme, das Orakel der Jugend der Völker zu ſein, eine ſinnreiche und ſchwierige Kunſt bildete, deren eigenthümlicher Ge⸗ ſchmack, deren zarte und fühlbare Richtung, deren höhere, mit wiſſenſchaftlichen Studien gemiſchte Eingebung, etwas ganz Abgeſondertes, für ſich Beſtehendes geſchaffen haben, iſt es ſehr natürlich und beinahe unvermeidlich geweſen, daß die Menſchen, welche ſich dieſer ſeltenen und köſtlichen

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