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auch heute bezeichnen, würden ſie dennoch morgen wieder⸗ kommen. Ueberdies, denen, die die Vertraulichkeit Lafa⸗ yette's genießen wollen, welche würdig ſind, ihn zu ver⸗ ſtehen, und ſtolz darauf, es zu verkündigen, denen ſei es geſagt, daß unfern von Roſoy, in Brie, das alte Schloß la Grange gelegen iſt, und daß ſie dort hingehen müſſen, um den Mann bei ſich, in ſeinem Hauſe wieder zu fin⸗ den. Da kann ein geſchickterer Beobachter als ich reichen Stoff finden: es ſei mir erlaubt, ſeine Aufgabe ihm nur zu beneiden. Ich verfolge die meinige.
Das zweite Zimmer iſt der eigentliche Salon. Zwei Kanapee's, einige Stühle, einige Spiegel: der Kaufmann würde über ſo wenig erröthen. Aber betrachtet nur dieſe liebliche Guirlande junger Frauen und Mädchen, Milch und Blut, deren Herz ſich in den ſchönen und ſanften Augen malt: ſie heißen alle Lafayette. In ihrer Mitte ſeht Ihr die ſchöne Grafin Belgioſo, die italieniſche Flüch⸗ tige, welche in Frankreich aus Liebe zum Vaterlande und zur Freiheit ſich verzehrt; der Tyrann von Modena hat ihren Gemahl proſkribirt. Dort iſt Miß Opie, die amerikaniſche Quäkerin, deren Kopfputz Lachen erregen würde, wenn Lachen ſich mit der Achtung, welche ihr edles Geſicht ein⸗ flößt, vertrüge. Der, welcher ihr ſo aufmerkſam zuhört, iſt Vietor de Traey, der würdige Zögling des Generals, ſein Nacheifrer und Kolonel der Pariſer Artillerie. Jener gegen die Thürbrüſtung gelehnte junge Mann, deſſen ge⸗ waltiger Schnurrbart die Oberlippe beſchattet, deſſen früh⸗
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