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Die Lobrede aller der Perſonen zu halten, welche den Ge⸗ neral beſuchen, wäre unmöglich. Iſt es mein Fehler, wenn ich an der Seite der Mauguin's, der Lamarque's, der Salverte's, Cormenin's und Chatélain's ſo viele traurige, unlautere und widrige Geſtalten erblicke? Wo kommen ſie her? Wer führt ſie ein? Wer hat ſie herbeigerufen? Mit welchem Rechte? Zu welchem Zweck? Häßliche Schand⸗ flecke auf dieſem erhabenen Gemälde, heimtückiſche und widerwärtige Erſcheinungen, umgeben ſie den freundlichen Greis, der ohne Groll und mit Vertrauen ihnen zulächelt Sie verrathen, ſie verſpotten ihn. Sie ſind es, die aus⸗ breiten, daß Lafayette ſich ſeine umgebung wählen müſſe; ſie ſind es, die, indem ſie ihm die Hände drücken, aus⸗ ſtreuen, daß er ſie verrathe. Das Geſtändniß iſt ſchmerz⸗ lich, ohne Zweifel, aber die Thatſache, die es beſtätigt, iſt nicht überraſchend. Die Thür des Generals iſt Jeder⸗ mann geöffnet: kein Thürhüter iſt im Vorzimmer, um den Namen abzufordern und anzukündigen: dem Gewiſſen eines Jeden iſt die Sorge überlaſſen, anzunehmen und auszu⸗ ſchließen; und wie viel Menſchen haben ein Gewiſſen? Diejenigen, welchen dieſe Betrachtungen gelten, wer⸗ den ſich zu errathen wiſſen, ich habe nicht Luſt, ihnen bei ihren Nachforſchungen zu Hülfe zu kommen; als Intriguants jeder Farbe, als mächtige oder ſchwache, berühmte oder unbekannte Elende, werden ſie ſich ſicher ſelbſt erkennen. Was würde es helfen, ſie zu nennen? Sie haben ſich ſeit lange ſchon mit aller Schande bedeckt, und wollte man ſie


