105
Art zu reden iſt vielleicht wenig Ordnung, manches Un⸗ ziemliche; aber es rührt daher, daß ich an dieſen Mann ohne lebhafte Bewegung des Herzens nicht denken kann. Wenn ich ganz jung, von fünf und zwanzig Jahren, zu mir ſage: wie biſt Du ſchon alt, enttäuſcht, verdrießlich; wenn ich, die Bruſt von Verzweiflung und Thränen be⸗ wegt, zu mir ſage: um nützlich zu werden, müßte man ſtark ſein; die Schwachen ſind unnütz, ſelbſt ſchädlich zu jetziger Zeit; wenn die Vergangenheit, die Gegenwart und Zukunft mich betrüben und erſchrecken, dann geſtattet mir unter allen dieſen, ohne Zweifel thörigten, aber trüben, Mitleid erregenden Bildern nur das eine, welches mich zu tröſten vermag, das Bild Lafayette's. Abends umfängt es mich, beſänftigt meine Bitterkeit, beruhigt meinen Geiſt und erleichtert mein Herz, es bemächtigt ſich meiner, ich gebe mich ihm ganz hin, ich liebkoſe es: ich erkenne in ihm Ehre, Ruhm, Freiheit, Vaterland; ich ſehe es vor mir, lebend, kräftig, mannhaft, groß, majeſtätiſch, mit offener Stirn, mit dem Blick voller Sanftmuth; ſeine Stimme ſpricht zu mir, ernſt, beredſam und wohltönend; es ſagt: faſſe Muth, Kind! ſei nicht ſo traurig; die ſchönen Tage werden wiederkommen; dann ſcheint es, ruhig und ſchön, mit ausgebreiteten Händen mich zu ſegnen, und ich ſchlummere ein, um nur von Lafayette und der Frei⸗ heit zu träumen.
Das erſte Gemach iſt 29s Eßzimmer, ganz einfach, wie Ihr ſehet! ein Eßzimmer des Republikaners. Jener auf
———·—˖——BDy,————


