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litterariſchen Ruf, wirft mit leichtem Herzen alle Syſteme über den Haufen, und ſtellt ſie eben ſo ſchnell wieder her, blos für das Vergnügen, Euch in der Ungewißheit zu laſ⸗ ſen, ob er ſich über Euch, der Ihr ihm zugehört habt, luſtig gemacht, und Ihr, wenn er geendet hat, Euch fra⸗ gen müßt: wer von Beiden, er oder das ganze Menſchen⸗ geſchlecht, iſt närriſch geworden?
In der einen Ecke des Saales, neben dem Vorhang, durch welchen Ihr eintretet, ſehet Ihr einen großen Tiſch, mit einer Lampe darüber, wie in einem Leſekabinet. Die⸗ ſer Tiſch iſt mit Büchern und Journalen beladen, und mit einem Dutzend Karrikaturen nachläſſig hier und da beſtreut. Die Etikette fordert es, daß Ihr dieſem Tiſch Euren Be⸗
ſuch macht; es iſt Euch verboten, Euch zu ſetzen, wie es
auch ſchon der Mangel irgend jedes Sitzes andeutet. Ste⸗ hend alſo nehmt Ihr ein Buch zur Hand, und durchblät⸗ tert es raſch mit der Miene eines Mannes, der Alles kennt, Alles geleſen und geſehen hat. Dann trinkt Ihr ruhig eine Taſſe Thee, und eßt gelaſſen ein Butterſchnittchen dazu. Habt Ihr Muth genug, ſo hört Ihr auch der Un⸗ terhaltung mit zu:; denn es gehört Muth dazu, ich kenne das! Ich habe den Salon förmlich auswendig gelernt, ich weiß die Zahl ſeiner Spiegel, ſeiner ſchönen und gro⸗ ßen Spiegel, vor denen Ihr nicht gähnen könnt, ohne daß es alle Welt bemerkt. Ich habe das ſtets geſchloſſene Fortepiano geſehen, ich kenne die Harfe, welche immer
mmit ihrem grünen Ueberzug daſteht; und die Frau vom


