Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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zende Opfer geſellſchaftlicher Vorurtheile, arme, für Eure Vergnügungen mit Blumen geſchmückte, Parig's, denen Ihr Beifall klatſcht, während Ihr ſie verachtet, die Ihr bewundert und ſie dennoch geringſchätzt; oder Dilettanten, gewöhnlich ſehr einfältige Menſchen, Schmarotzer, welche von ihrer Kehle, ſo wie Andere von ihrem Gedächtniſſe, leben. 3

Das ſind Eure Bälle und Konzerte, meine Herren und Damen, nicht wahr? Behaltet ſie für Euch. Ich ziehe immer noch Opern und Poſſen vor!

Andere, von der feinen Welt beſuchte Salons, in wel⸗ chen man weder Konzert, Ball, noch Spiel findet, haben auch ihre wöchentlichen, weniger geräuſchvollen, weniger erſtickenden, aber nichts deſto weniger abgeſchmackten Ver⸗ ſammlungs⸗Tage. Es ſind Büreau's des Geiſtes, wie man ſie zu den Zeiten der Frau de Tenein und der Mademoi⸗ ſelle de l'Espinaſſe nannte. Ich kenne nur einen, dem, wie man mir geſagt hat, alle andern gleichen ſollen. Ihr trinkt da Thee und eßt Butterſchnittchen. Es iſt nöthig, ſich vorſtellen zu laſſen: der gute Geſchmack und die Mode erfordert das. um 8 Uhr Abends erſcheint Ihr, ſo viel als möglich ſchwarz gekleidet. In einem geräuſchloſen Vor⸗ zimmer verlangt ein langer Bedienter Euren Namen und Euren Hut, lüftet den Vorhang, welcher das Vorzimmer vom Salon trennt, und ſchreit aus allen Kräften Euren

Namen in die Ohren der Geſellſchaft. Darauf tretet Ihr

ein. Ihr macht Eure Verbeugung, und Ihr ſeid fertig. 7 5 1