Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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98 nichts zwingt mich, meinen Hut in der Hand zu halten, und ihn zehn Mal in einer Minute ſchmerzlich zerdrücken zu laſſen: Ihr werdet freilich ſagen, nehmet einen Claque; aber Jedermann kann nicht einen Claque haben! Da ſind keine heuchleriſchen Höflichkeiten, keine:Tauſend Mal um Vergebung, Madame!Mein Herr, haben Sie die Güte..Mademoiſelle, ich bin in Verzweiflung...; alle dieſe läppiſchen Lächerlichkeiten, mit denen man bei er⸗

zwungenem lügenhaften Lächeln immer bei der Hand ſein muß, wenn man ſich in dieſem freilich wohl prächtigen, edlen, reichen und vornehmen Gedränge, wie ſich's gehört, einher drehen will, das einem aber eben ſo gut auf die Füße tritt und die Fauſt in die Seite ſetzt, wie das unge⸗ bundene und ſchmutzige Volksgewimmel der Theater und der Boulevards. Sich ſo für einen Ball und ein Konzert erdrücken laſſen! ſchöne Sachen in der That! Und wer tanzt? heirathsfähige Mädchen, kecht glatte, unbewegliche Geſtalten mit prächtigen, aber nichtsſagenden Augen; oder junge, recht kokette und ſpöttiſche Frauen, welche leere Phraſen laut und raſch, wie auswendig gelernt, oder leiſe in's Ohr, wie Geheimniſſe, rechts und links zum Beſten geben; oder Mütter mit fetten Hälſen, braunen Geſichtern, feuerrothen Kleidern, und einem Esprit in den Haaren, welche von Politik ſchwatzen, lautes Gelächter erheben und Punſch trinken. Und wer ſingt im Konzert? Herren und Frauen vom Theater, die Ihr in der Straße kaum grüßt, Ihr, die Ihr ſie doch zu Euren Feſten heranzieht; glän⸗