Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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Auch kann ich mich bei dieſem ſo beſeelten, ſo herrlichen

Feſte eines traurigen Gefühls nicht erwehren. Ich frage mich, wo wird in ſechs Monaten dieſe prächtige Geſell⸗ ſchaft ſein, wo dieſe ſo glücklichen Prinzen, dieſe Prin⸗ zeſſin(indem ich auf Madame zeigte, die ſo eben mit dem Grafen Rudolph v. Appony an uns vorüber tanzte), welche ſich am Tanze entzückt. Was wird aus unſerem ganzen Vaterlande geworden ſein? Wahrſcheinlich werden wir noch vor ſechs Monaten uns in Verbannende und Verbannte ſcheiden.

Gewiß! erwiederte Se. Königl. Hoheit;ich weiß

nicht, was geſchehen wird, wo ſie in ſechs Monaten ſein werden; aber wo ich ſein werde, das weiß ich: in jedem Fall bleiben meine Familie und ich in dieſem Pa⸗ lais. Es iſt genug, zwei Mal durch die Fehler Anderer verbannt geweſen zu ſein; es ſoll mir nicht noch ein Mal widerfahren. Welche Gefahren mir auch drohen, ich weiche nicht von hier; ich werde mein Schickſal und das meiner Kinder nicht von dem meines Vaterlandes trennen: das iſt mein unabänderlicher Entſchluß. Ich verhehle meine Geſinnungen nicht. Noch kürzlich in Rosny ſprach ich manches über meine Anſichten, und der König von Nea⸗ pel, welcher zugegen war, beurtheilte unſere Lage ſehr rich⸗ tig; dieſer Fürſt, der ſo gebrechlich, obgleich vier Jahre jünger iſt, als ich, hat einen ſehr klaren Sinn. Die äuße⸗ ren Verhältniſſe nöthigen ihn, unumſchränkter König zu