Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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ben nicht die Statue aber das einfache Bruſtbild dieſes großen Mannes zu erſchaffen, wenn der Sänger ſich begnügt hätte, dem Andenken ſeines berühmten Freun⸗ des den Tibut ſeiner Geſänge und ſeiner Thränen zu zahlen.

Die Wuth des Volkes und Königliche Genehmigung haben den franzöſiſchen Boden mit koſtbarem Blute ge⸗ netzt; die Nation hat über das Schickſal der Opfer ge⸗ ſeufzt; aber genügen wenige, ſchnell verſiegte Thränen die Schuld des Vaterlandes gegen ſo unglückliche Helden zu tilgen? Welche Trophäe denn, welches Denkmal, welche einfache Bezeichnung einer Straße, eines Platzes, einer Fontaine weihen der Nachwelt die Namen eines Biron, Cuſtine, Condorcet, Lavoiſier, Ney, Labédoyère, Mouton Duvernet, Chartrand, Berton, Caron, Bories und der drei Genoſſen ſeines Ruhmes? Wäre es denn von der Erkennt⸗ lichkeit der Nation zu viel verlangt, ſo viele nichtsbedeu⸗ tende und lächerliche Namen, welche die Straßenecken die⸗ ſer Hauptſtadt der Welt beſchmutzen, verſchwinden zu laſ⸗ ſen, um an ihre Stelle Namen zu ſetzen, die geleiſtete glän⸗ zende Dienſte und wiedergutzumachende Ungerechtigkeit dem Andenken der Menſchen empfehlen?

Ahndungen geweſener Revolutionen gehen wie ein Strom vorüber, ohne den Charakter der Nation, welche ſie erlitten hat, zu beugen; der Undank des Volkes aber kun⸗ det den Verfall ſeiner Sitten und giebt ſeinem Charakter einen unauslöſchlichen Fleck, der größer wird, ihn durch⸗