Die Conciergerie. (Epiſode eines unbekannten Lebens.)
. Jch war ſechszehn Jahre alt, als ich zum erſten Male die Conciergerie ſah. Welch ein Gefängniß war es damals! ein Gefängniß der alten Regierung, ſchauderhaft ſchön, poetiſch gräßlich! eine Sammlung von Kerkern; ein La⸗ byrinth finſterer Gänge und unterirdiſcher Gewölbe! Mit der Stirn berührte man den Balken, der das Eingangs⸗ pförtchen erdrückte; man hatte Mühe, das Geöffnete zu durchſchreiten. Unter der Halle brannte ewig eine Laterne mit röthlichem Licht. Dort ſah man noch die ſchwarzen Geſichter der Kerkermeiſter, mit einem Bunde klirrender Schlüſſel, und eiſerne Gitter, Licht und Luft verdrän⸗ gend; nie werde ich dieſen Anblick vergeſſen: ſolche Bilder erſterben dem Gedächtniſſe nicht; ſie werfen ihren Schat⸗ ten über das ganze Leben. Sie bilden oder vernichten den Menſchen, erwecken oder tödten ſeinen Verſtand.—
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