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Thema er auch behandelt, er iſt unterhaltend; ſo viel Quel⸗ len der Gelehrſamkeit hat er, ſo viel Kraft der Einbildung, ſo viel Poeſie ſein Herz! In ihm habe ich die Verwirk⸗ lichung des orientaliſchen Geiſtes gefunden, der unter dem Zelt der Araber die hinreißenden Erzähler beſeelte, deren entſtellten Entwurf kaum unſer Europa kennt. Nicht No⸗
dier allein verleiht ſeinem Saale das Angenehme, das mich denſelben ſo vielen anderen vorziehen läßt: drei Frauen, natürlich, voller Geiſt und Liebenswürdigkeit, theilen die Sorge, ſeine Gäſte zu empfangen, und übernehmen die Pflicht, Jedem angenehm zu erſcheinen. Ich habe Nie⸗ manden das Arſenal verlaſſen ſehen, der nicht die ungekün⸗ ſtelte Leutſeligkeit und den vollkommenen Anſtand gelobt hätte, welchen Madame Nodier, Frau von Terey, ihre Schweſter, deren niedliche Erzeugniſſe die litterariſche Welt kennt, und Madame Marie Méneſſié, die Tochter Nodier's, auszeichnen Letztere beſitzt bei einem zarten Alter Kräfte und Fähigkeiten, wie ſie nur der Gewinn eines reiferen Alters und angeſtrengter Arbeiten ſind. Die Muſik lebt in ihr, wie ſie Garat beſaß: zur rechten Zeit keimte ſie, zur rechten Zeit trug ſie Früchte und wird ſich mehr noch ent⸗ wickeln. Das Gepräge aller Werke der Mad. Meneſſié iſt Originalität; ihre Muſik, der ſie die Gedanken des Viector Hugo von Sainte⸗Beuve, Alfred von Muſſet und der Mad. Desbordes⸗Valmore zum Grunde gelegt, hat keine der For⸗ men, welche franzöſiſche Uebertragung der Romanze und dem Liede gegeben hat; man kann ſagen, daß ſie wahrhaft ma⸗
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