Teil eines Werkes 
1. Band (1832)
Entstehung
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VIII

Der Entwurf zu dieſem Buche iſt einfach. Das neuere Paris ſoll eine Muſterung beſtehen; es ſoll. ſich zeigen, wie es iſt: ſchwankend, wunderlich, auf⸗ 4

brauſend, ungeduldig, arm, gelangweilt, auf Kunſt und außerordentliche Bewegungen begierig und doch wie⸗ 3 der erhaben und vortrefflich, ſchwer aufzuregen, oft ab⸗ geſchmackt, und doch fuͤr das heutige Paris ſoll Das 4 geſchehen, was Mercier fuͤr das Paris ſeiner Zeit that, mit dem Unterſchiede, daß dießmal die Sittengemaͤlde die Grenzen des Anſtandes nie uͤberſchreiten werden. Ueberdieß hat Paris jetzt weniger gemeines Volk, weniger Schaͤnken und laute Vergnuͤgungen, weniger todte Gelehrſamkeit, als zu Merciers Zeit. Das heu⸗ tige Paris beraͤuchert ſich gern mit Ambra und Bi⸗ ſam; der Bart iſt mit Sorgfalt behandelt, das Haar gekraͤuſelt, die Naͤgel ſind kunſtmaͤßig verſchnitten. Um es zu zeichnen, bedarf es einer andern, als Merciers Feder. 88* Welcher Schriftſteller koͤnnte dieſem vervielfaͤl⸗ tigten, dreifarbigen Paris genuͤgen? welcher dieſen zar⸗ ten Manieren, dieſen lebhaften Aufwallungen, dieſen wilden Leidenſchaften vollkommen entſprechen? dieſen Leidenſchaften der Greiſe, der Juͤnglinge, der Frauen, der Helden. Paris zittert, Paris droht, Paris ruft