zeigte auf den kleinen Finger und nickte mit dem Kopf.
„Ja,“ ſagte die Graͤfin Comenes—„dieſe Haͤnde, welche die Spuren der Anſtrengung tragen, ſind doch noch ſchoͤn geformt, und ihnen fehlt das dritte Glied des kleinen Fingers.“
Mit einer muthigen Anſtrengung erhob ſich die Graä⸗ fin Urica im ſelben Augenblick, und feſt entſchloſſen ging ſie auf Angela zu.
Als dieſe ſie auf ſich zueilen ſah, ſtand ſie auf, fiel im ſelben Augenblick vor ihr nieder und rief in einem von Schmerz zerriſſenen Ton:„O, meine Tante, vergebt mir, was ich unwiſſend an euch und meiner Fa⸗ milie verſchuldet habe!“
„Du kennſt mich?“ rief Urica heftig erſchuͤttert „und gabſt dich mir nicht fruͤher zu erkennen?“
„Ach, wie hätte ich euch in der Gegenwart von Nees ſo beleidigen können!“ rief Angela—
„Großer Gott!“ rief Urica—„Seht! ſeht— habt ihr es gehoͤrt— iſt ſie nicht werth, meine Ver⸗ wandte zu ſein? Doch wie konnteſt du mich kennen, da dieſe Dame doch nur zu dir redete?“
„Ich habe eine Mutter,“ ſagte Angela—„einen Engel— aber einen Engel, deſſen Seele nicht mehr auf Erden iſt— was ihr von Bewußtſein uͤbrig geblieben


