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Er verſuchte ſich gegen die groͤßten Feldherrn mit gleich großer Fähigkeit, und wenn ihn der Sieg nicht überall krönte, beeinträchtigte dies bald nicht mehr ſeinen Feldherrnruhm, welcher durch einen feſten, raſch entſchloſ⸗ ſenen Charakter geſtutzt wurde, der ſelbſt unter entſchie⸗ denen Widerwärtigkeiten, Niederlagen und allen Drang⸗ ſalen des Krieges immer wieder Huͤlfsmittel fand, um das große Ziel nicht zu verlieren, nach welchem, mit ihm vereinigt, ſeine edlen Mitbürger rangen.
Und dies Ziel war die Freiheit und Unabhaͤngigkeit des Vaterlandes— und als er es mit ihnen erreicht,
wurde er der Feind ſeines eigenen Werkes und lehrte der Geſchichte aufs Neue die traurige Wahrheit, daß die Umſtände die glänzendſten Tugenden in die ih⸗ nen entgegengeſetzten Laſter umwandeln konnen, zwi⸗ ſchen welchen beiden keine menſchliche Weisheit eine entſchiedene, unuͤberſchreitbare Grenzlinie zu ziehen vermag.
Moritz— faſt in allen ſeinen Handlungen gegen⸗ uͤber— ſtand Olden Barneveldt, einer der ächteſten Pa⸗ trioten, die je oder irgendwo exiſtirt haben und— mit Ausnahme Wilhelms, des großen Prinzen von Oranien — der ausgezeichnetſte Buͤrger, der die Annalen der Nie⸗ derlande ziert. Hundert Federn ſind thätig geweſen, dieſem Edlen zu huldigen. Jede That ſeines Lebens hat


