Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ter Menſchen diene und muͤßt Ihr mich verlaſſen, ſo begehre ich mindeſtens durch Euch die kennen zu ler⸗ nen, die hier gebieten, auf daß ich mich offen mit ihnen ſelbſt verſtändigen könne.

Maria hatte ihre volle Energie wieder erlangt; ihr ſchoͤnes Antlitz zeigte Licht und Farben, ihr ſchlanker Wuchs hob koͤniglich ſich hoͤher, und der Ton ihrer Stimme hatte die bebende Tiefe, die aus einem ge⸗ kränkten Herzen koͤmmt.

Pater Clemens uͤberſah dies nicht und führe wohl, wie wenig fuͤr's Erſte dieſe Stimmung geeignet ſei, ih⸗ rem Schickſal eine beſſere Wendung zu geben; aber dieſe Betrachtung war zugleich mit einem warmen Gefühl der Theilnahme verbunden und machte es ihm unmoͤglich, ihren Vortheil ganz zu uͤberſehen, ja, ihn beſchlich ſogar ein Gefuͤhl von Furcht vor derſelben Macht, der er diente, als muͤßte er ſie davor zu ſchutzen ſuchen. Viel⸗ leicht haͤtte ein etwas ruhigeres Nachdenken ihn dieſer menſchlichen Empfindung entzogen und ihn wieder zum Sklaven ſeiner aufgenommenen Pflicht gemacht. Häufig indeß uͤbt eine wahrhaft edle Natur auf ein muͤhſam be⸗ zwungenes Gemuͤth, worin der edle Keim, uͤberbaut von Abſicht und Sophiſterei, begraben liegt, die magiſche Ge⸗ walt, belebend zu dem halb Erſtorbnen einzudringen⸗ Es entſtehen ſo oft Zeichen eines hoͤhern Daſeins in ei⸗