Teil eines Werkes 
1. Theil (1849)
Entstehung
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Erfuͤllung Niemand mehr zweifelt. Du ſelbſt, mein

theurer Freund, hätteſt nicht zugegeben, daran zu zwei⸗ feln, bevor dies ungluckliche junge Maͤdchen Dein na⸗ turliches Rechtsgefuͤhl umwandelte.

Der Herzog ſchwieg und wendete ſich in einem unbeſchreiblichen Zuſtande von ſeinem Bruder. Es giebt vielleicht kein Gefuͤhl der menſchlichen Bruſt, welches ſo grauſame Widerſpruͤche zu erregen ver⸗

noͤchte, als dies eine der Liebe. Es theilt gleichſam unſer Weſen in zwei ſtreitende Perſonen, und waͤh⸗ rend uns die Liebe mit ihren geſteigerten Anforderun⸗ gen ein heiliges unbeſtreitbares Recht zu beſitzen ſcheint, Alles umzuſtuͤrzen, was ihr ſtoͤrend entgegen tritt: bleibt uns oft zu unſerer groͤßten Qual ein rich⸗ tiges Wahrnehmungsvermoͤgen füͤr die Wichtigkeit ſol⸗ cher Schwierigkeiten.

Der junge Herzog fuͤhlte ſich in dieſer Lage. Er mußte ſich geſtehn, daß ſein Bruder ihm nur in Er⸗ innerung brachte, was er ſelbſt einſt mit Ueberzeu⸗ gung anerkannt hatte; aber das Verlangen ſeines Herzens, dem er ſich ſo unbeſonnen hingegeben, uͤbte eine Gewalt uͤber ihn, die er nicht anders als uͤberwaͤl⸗ tigend nennen konnte.

Richmond merkte den unſtaͤten Bewegungen und Blicken des Herzogs dieſen Zuſtand des unbehaglichſten