17
fühlte ſie wieder die frühere kecke Sicherheit zurück⸗ kehren, da ihr das Schlimmſte, das ſie nur eben fürch⸗ ten mußte, erſpart war; noch nicht ganz mit dem frü⸗ heren Trotz, aber doch ſo, daß er ſchon wieder durch ihre Stimme hindurchhallte, ſagte ſie:„Abbitten! und wann hätte je Iſolde mir etwas abgebeten, mir, ihrer Mutter, deiner Gemalin?“
„Sie hat es noch nicht nöthig gehabt,“ erwiderte der Schultheiß feſt. Und was die Freier betrifft, ſo laß du dich nur unbekümmert— eine Ehe, die du ſtif⸗ ten möchteſt, behagt ihnen am wenigſten, ſo viel haſt du ſelbſt nun auch bemerken können. Von nun an ſteht es anders mit uns— ich werde zeigen, daß ich
Herr im Hauſe bin, und künftig mein Hausrecht brau⸗ hen, nicht nur gegen meine Frau!“ Damit ſtand er heftig auf, ging auf die nächſte Flügelthür zu, ſtieß ſie nach ſeiner Gewohnheit lärmend mit dem Fuß auf, und warf ſie hinter ſich zu, daß die Wände bebten.
Adelgunde holte tief Athem— ein triumphiren⸗ des Lächeln umſpielte ihren häßlichen Mund— jetzt hatte ſie gewonnen! das war ſeine Art, dieſen Abgang zu wählen, wenn er ſeine Kraft im Friedenſtiften des Hausherrn erſchöpft hatte— er ging, weil er ſich ſelbſt nicht mehr traute.— Das Wetter war vorüber.
1681. IR. Die Schultheißentöchter von Nürnberg. III. 2


