Teil eines Werkes 
2. Band (1861)
Entstehung
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Geſchwiſter allein gelaſſen hatte, war es zuerſt nur zur Erklärung der Situation gekommen, in der ſie ſich kennnen gelernt, und damit verhielt ſich Alles ſo wie Pirkheimer vor dem Rath geſagt hatte, und dann war Ulrich's Frage ſo natürlich:

Wie hattet Ihr von mir gehört und wodurch wußtet Ihr, daß ich in Nürnberg war?

Sie zögerte ein Weilchen mit der AntwortVon meinem Bräutigam Wilhelm von Wolfſtein.

Das Wort zog eine peinliche Pauſe nach ſich Ul⸗ rich war der Vermittler zwiſchen ihm und Anna von Weichsdorf geweſen Wolfſtein hatte ihm wohl ge⸗ ſagt, daß ihm ſein Vater ein Edelfräulein zur Braut auserſehen, daß er aber niemals in dieſe Verbindung willigen, ſondern Anna die Treue bewahren werde konnte Ulrich eine Ahnung haben, daß dieſe Braut ſeine Schweſter war, wußte Wolfſtein etwas davon? Liebte ihn Amanda oder hatte Wolfſtein ſie oder Anna, oder Beide betrogen? Welche war die Hintergangene und welche hatte das größere Recht an ihn? Und wie⸗ der: wie ſollte er, Ulrich, ſelbſt ſich in dieſer Sache verhalten? Er hatte Wolfſtein Verſchwiegenheit und den Töchtern des Schultheißen neben dieſer auch noch die ſtrengſte Wahrheit gelobt hinterging er nun aber nicht ſelbſt Anna, wenn er nicht zu ihr ſagte: