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ihr hochverehrten Aebtiſſin des Klarakloſters, Chari⸗ tas, der ihr befreundeten Sabine und Euphemia Pirk⸗ heimer, des Gönners und Freundes des Baubruders Ulrich von Straßburg? Und wer wußte beſſer als er eine ſolche Nachbarin zu ſchätzen! Kein Mann in ganz Nürnberg verehrte mehr als er den ſtrebenden Geiſt im Weibe und fand ein größeres Vergnügen darin mit einer ſolchen zu verkehren, ihn weiter zu entfalten, zu bewundern, als er. Daneben war er abet auch ein Kenner und Verehrer körperlicher Reize und mit derſelben Aufmerkſamkeit, mit der er ſein Ohr Iſolden's Rede lieh, hing auch ſein Auge an ihrer ſchönen Erſcheinung.
Ein himmelblaues Kleid, mit weißem Pelz beſetzt, warf klaſſiſche Falten um ſie, das viereckig ausge⸗ ſchnittene und ſich bis über die Hüften glatt verlän⸗ gernde Leibchen zeigte die ſchlanke Taille und nach der damaligen Mode auch die Rundungen von Bruſt und Hüfte in ſcharf abgezirkelten Linien—„ein Modell für den Meißel eines Phydias!“ flüſterte Pirkheimer ſeinem Nachbar zu— und beklagte, daß nicht auch einen folchen das künſtlerreiche Nüruberg aufzuweiſen hatte. Weite offene Aermel, nur oben aus mehreren Puffen beſtehend, ließen die Arme unbedeckt. Das üppige goldblonde Haar floß, nur von einer einfachen


