licitas war hoch beglückt, daß er auch hier unter Andern ſo wie einſt von ihr Notiz nahm.
Als das Concert beendet und das Publicum aus dem Saale wogte, ſagte Richard zu ſeiner Schweſter am Eingange zur Damengarderobe:„Wenn Du Dich nicht fürchteſt allein zu gehen, ſo eile ich in's Muſik⸗ zimmer, in dem mich Ambach erwarten wollte.“
„Laß Dich nicht ſtören,“ antwortete Felicitas,„ich bin gewohnt allein zu gehen.“ So trennten ſie ſich.
Als Felicitas wieder aus der Garderobe heraus kam, die Treppe hinabging und vor die Hausthür trat, ſagte an dieſer eine pekannte Stimme:„Mein Fräulein — Sie erlauben, daß ich ein Amt übernehme, von dem Ihr Herr Bruder abgehalten war— ich habe es mir übertragen laſſen.“
Es war Störmthal— Felicitas wollte ſeine Be⸗ gleitung ablehnen— er ließ ſich nicht abweiſen und als er ihr den Arm bot, überließ ſie ihm endlich doch den ihrigen.
Seit jenem Abend, wo ſie allein mit ihm gewe⸗ ſen, hatte ſie ihn nur wiedergeſehen, als er zur beſtimm⸗ ten Stunde zum Photographiren gekommen war, aber ſie hatte nur wenige Worte mit ihm geſprochen, denn Frau Reichmann war gegenwärtig geweſen. Am fol⸗ genden Tage war die Kronprinzeſfin mit ihrer Oberſt⸗ hofmeiſterin porgefahren und bald darauf hatte die Zu⸗


