199
erhob und begeiſterte— trat auch während ſeiner zarteſten Stelle die erwartete Sängerin geräuſchvoll ein— es ach⸗ tete Niemand auf ſie, fondern alle Augen und Ohren hin⸗ gen nur an Sigismunds Inſtrumente; nur die Sängerin, die ſich um ſeinetwillen vergeſſen ſah, warf einen mißgün⸗ ſtigen Blick auf ihn— als er geendet, zeigte man ſich zwar nicht mehr überraſcht von ſeinem Talente, aber die beifälligen Mienen waren dieſelben, Störmthal ſprach mit fröhlichſter Genugthuung zu ihm und verließ dann den Saal. 5 Als nicht lange darauf der glückliche Virtuos, der ſeiner erſten Lorbeeren nun gewiß war, in gehobener Stimmung mit dem Freunde nach dem Hötel ging und dieſer ihm noch einmal die Einzelheiten ſeines Erfolges unter den Muſikern und die Hoffnungen für ſein erſtes öffentliches Auftreten in's Gedächtniß rief, jubelte Si⸗ gismund, hochgetragen von dem Bewußtſein, ſeine Zwei⸗ fel ſo beſiegt, ſeine Erwartungen ſo übertroffen geſehen zu haben:„Um meiner Mutter willen bin ich am glücklichſten! ſie wird ausgeſöhnt ſein mit meinem Schritt, wenn ich ihr melden kann, daß mich ein Kreis auserleſener Muſiker, wie dieſer, ſo freundlich in ihrer Mitte bewillkommuet hat— wenn ich ihr die erſten durch meine Kunſt verdienten Goldſtücke mitſenden kann! Und dann die Zeitungen mit der Notiz, daß ich am Hofe geſpielt, daß ich in zwei Concerten der Reſidenz


