— 6
hen. Was mag Euch denn alſo ereifern, daß Ihr den wüthenden Sturm nicht achtet, noch meine Gegenwart, was insbeſondere Dich, Du immer beſonnene Weiße, daß Du Deine Ge⸗ fährtin ſchmäheſt? Seid Ihr nicht Beide meine Dienerinnen, und keine hat etwas vor der andern voraus? Beide waret Ihr mir gleich lieb, aber lieber wird mir doch die ſeyn, die mir gern dienet und treu und die kein Gebot an mich bindet als das der Anhänglichkeit. Du wareſt frei, Leuke, von dem Augenblicke an, da Dein Gebieter die Welt verließ, wa⸗ rum ſchiedeſt Du nicht, da ich es doch in Deine Wahl geſtellt? Ich haſſe den Zwang, und nicht günſtig mag ich auf den ſehen, der nur gezwungen mir dient.—
Da erwiederte Leuke: Wenn gleich das Grab die Gebeine des Athanaſios Phranzes deckt, verließ doch der Herr die Welt nicht, noch Dich, und wird ſie nimmer verlaſſen, und über den Tod hinaus beſtehet ſein Wille. Nicht Zwang feſſelt mich an Dich, denn ſolcher Wille iſt auch der Wunſch meines eige⸗ nen Herzens.—
Mele aber ſagte ſchmeichelnd und klagend:


