Teil eines Werkes 
20. Band, Eugenia : 2. Theil (1833)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

ein Tropfen Wermuth in den Becher des Fein⸗ des gegoſſen, auf lange Zeit den eigenen Kelch. Hier entſtand ein kurzes Stillſchweigen, nach welchem Mele wiederum begann: Krieg iſt alſo zwiſchen uns; doch ſei es, wie Du ſagſt, und weil es ſo ſeyn muß, ein offener Krieg. Doch ſchwierig iſt es auch dem kühnſten Sinn, mit überlegener Macht zu ſtreiten, der in die Ferne Geſtoßenen mit dem begünſtigten Kinde des Herrn, und billig iſt die größere Vorſicht auf der Seite des Schwächern. Drum kann ich fordern und ich fordere es, daß Du mich gewähren läſſeſt, ſo weit ich zum Thun befugt bin.

Unnöthig war die Antwort: iſt, daß ich Dir ſolches verheiße, denn ſo ward mir gebo⸗ ten, und nicht um eines Haares Breite weiche ich von dem Gebote.

Alſo auch in dem, was ſich heute noch ereig⸗ net, wirſt Du mir nicht hinderlich ſeyn? O, könnte ich es! rief Leuke mit einer Stimme, die der des Unmuthes nahe kam: Doch werde ich Dir nicht hinderlich ſeyn, denn beſchloſſen iſt es, daß Du einen Theil Deiner Bahn vollbringeſt bis hart an den Scheidepunkt, ehe ich hinzutrete,