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meineſt, vergangen mit dem Olymp oder der Sage von ihm. Nach dem Siege ſtrebt, der die Macht hat und erfreuet ſich des Sieges, und vielleicht kommt die Zeit, wo die zarte weichmüthige Jungfrau dieß an ſich ſelber ge⸗ wahrt, wenn ſie erſtarkt iſt im Beſitze der Gewalt.—
Wer aber iſt dieß?— fragte Zoe wiederum, auf eine andere Geſtalt zeigend, wahrſcheinlich die nämiiche, welche dem böhmiſchen Reiſenden als das gräuliche Zerrbild eines unterweltlichen Prieſters erſchien: Ein bejahrter Mann ſcheint es dem langen Barte nach, der auf ſein Ge⸗ wand herabfließt, er ſchauet gebieteriſch drein, und ſein halbgeöffneter Mund, wenn gleich ſtumm, ſcheint im Begriffe, drohende mächtige Worte zu ſprechen, aus dem großen aufge⸗ ſchlagenen Buche vielleicht, welches er in der Hand hält.—
Von jeher— verſetzte Mele— regierte das Wort die Welt, Worte vielmehr, welche eines das andere verdrängend ſie durchtönen. Verſchieden lauten ſie, doch ein Jegliches heilig für Viele, das Eine verrauſchet ſchnell, län⸗ ger wiederholt das Andere das tauſendſtimmige


