Teil eines Werkes 
19. Band, Eugenia : 1. Theil (1833)
Entstehung
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als ich ihn näher beleuchtete und die Schatten der Fackel, wie ſie ſollten, auf das ſcheinbar Unförmliche fielen, mir plötzlich als der kund, der er war. Dieß faltige und doch dumpfſtiere Antlitz, halb verſteckt durch einen wirren zottigen Bart, dieſe übereinander geſchlagenen Arme, mit langgekrallten Fäuſten verſehen, dieſe Kutte, in ſtarren Marmorfalten ihn umgebend, gehörten unfehlbar einem Prieſter an, aber weſſen Prie⸗ ſter. ††† Sicherlich nicht des Herrn, denn wenn auch die Zwiſchenwelt ihm nicht abgeſagt hat wie die Hölle in offener Empörung, ſo fin⸗ det man daſelbſt doch nicht ſeine Erkenntniß. Rieſenmäßig ausgeſtreckt, nur halb emporge⸗ hoben, liegt es vor mir am Boden; es iſt eine ungethümliche Weibesgeſtalt, von mehren klei⸗ nern umringt, theils knieend, theils liegend, theils gleichſam ſich heranſchleppend zu jener. Da gedachte ich der Niobe und ihrer Kinder, welche mir aus einer Copey bekannt, die ſich auf dem Hradſchin zu Prag in des Kaiſers Studirzimmer befindet, und alsbald ſah ich hier davon eine Nachbildung, obſchon über alle Maßen abſcheulich. Denn des Weibes Züge waren ſcheußlich und noch verzerrt mehr in