Teil eines Werkes 
13. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 4. Theil (1832) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

die Krone wollteſt Du auf Dein niedrig Haupt ſetzen, ſorge nicht, daß Du ſie verliereſt; auf daß ſie nicht wanke, wie Du und wohl manch Anderer, beſſer als Du, geglaubt hat, daß die meinige wanke, ſollen gluͤhende Naͤgel ſie an Deinen Schaͤdel heften; einen Thron wollteſt Du beſteigen mit plumpem Fuß, beim Bart des Piaſt, der Thron, der Dir beſtimmt iſt, ſoll hoͤher ſeyn als der meine!

Seit dem Beginn dieſes Auftrittes hatte Olgierd in ſcheinbarem Dumpfſinn geſtanden, und kaum bemerkend, was um ihn vorging, nur hin und wieder hatte er einen Blick auf den König und auf Sttrzemieniec geworfen, dann wieder auf ſeine Mutter, als gewaͤhre es ihm, ſelbſt in ſolchem Augenblicke, Genuß, der Luͤge zu ſpotten, welche die fuͤr todt ausge⸗ geben, die jetzt lebend vor ihm ſtanden und als ſeine Richter; als er aber die hohnende Rede vernahm, eines ſolchen und eines Koͤnigs un⸗ wuͤrdig, richtete er das Haupt empor und er⸗ wiederte nicht ohneAnſtand und Nachdruck:

Wie mag auch der, welcher, was ihm ge⸗ geben, verſaͤumt, zuͤrnen, daß ein Anderer die Hand danach ſtreckte? Wer, wo es ſeine Pflicht gebietet, nicht hilft, mag ihn die Selbſthilfe