— 301—
zu retten verſucht, der Weg war frei wor⸗ den und Olga ritt langſam an den gefeſſelten Hausmeiſter heran. Sie ſchaute ihm mit kal⸗ tem Hohn in das bleiche, blutige, grimmentſtell⸗ te Antlitz und ſprach: Warum ſchiltſt Du alſo, grauer Thor, und geberdeſt Dich? Wahr⸗ lich, der, den Du rufeſt, wird ſeinem Geſchick nicht entgehen, ſo wenig als Du ſelbſt und irgend ein Bewohner dieſes Schloßes. Gedenke deſſen, was ich einſt geſprochen, und geſtehe, die weiſe Olga habe wahr geweiſſagt; gar an⸗ ders iſt der Willkommen als der Abſchied war, und wie es ſich gebuͤhrt, begruͤßeſt Du mich, ausgeſtreckt zu meinen Fuͤßen.— Da der Greis ſchweigend und veraͤchtlich den Kopf abwandte, fuhr ſie fort: Hinweg mit ihm! Fuͤhret ihn zu dem Severin, damit der Zwingherr und ſein Helfershelfer beiſammen bleiben, wie ſie aneinander gehalten in den Zeiten der Willkuͤhr und des Hochmuths, die nun voruͤber ſind für immerdar. Bereitet den Saal zum Einzuge des neuen Gebieters, Jenen diene das Gemach des geſturzten Draͤngers zum Gefaͤngniß, bis Der, dem nun die Gewalt zuſtehet, das Ur⸗ theil geſprochen uͤber Beide.—


