Teil eines Werkes 
12. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 3. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 92—

Dieſe uͤbermuͤthigen Worte wurden von den anweſenden Buͤrgern des Freiſtaats nicht all— zuwohl aufgenommen. Mancher von ihnen, ergraut in wuͤſtem Treiben und heilloſem Thun, fand ſein Verdienſt gekraͤnkt durch die Rede des bartloſen Burſchen; die Meiſten blickten auf den Haͤuptling, ob er nicht auffahren wer— de in gewaltigem Zorn, den Kuͤhnen zu zer⸗ ſchmettern, der da, wo Borziwoy allein gebot, es wage, in ſo hohem Tone zu ſprechen, und es verlautete rings umher allerlei von unreifen Mutterſoͤhnlein, die bereits mit der Zunge wak⸗ ker zu fechten wuͤßten, waͤhrend ihr Arm noch ungeſchickt ſei zur That. Doch der Anfuͤhrer befahl mit ſinſterer Stirn Stillſchweigen und fuhr dann fort mit gewaltiger Stimme: Wer wagt es, den zu verunglimpfen, den der Haupt⸗ mann haͤlt gleich ſeinem eigenen Sohn? Wer erhebt vorlaut das Wort wieder Den, deſſen Wink für ihn vielleicht morgen ſchon ein Ge⸗ ſetz ſein wird, dem er gehorchen muß auf Ge⸗ fahr ſeines Leibes und Lebens? Er hat wahr geſprochen, der Juͤngling; er iſt es, der Euer Fuͤhrer ſein wird auf gefährlicher, blutbedeckter Bahn, gefäͤhrlicher als die heimlichen Pfade,