V.
Das Heer der Polen naͤherte ſich ber Haupt⸗ ſtadt, verſtärkt durch einige Haufen ruſſiſchen Kriegsvolkes, welche Jzaslaw's drei Soͤhne, Wlodzimierz, Swientopolk und Jaropolk ihrem Vater zufuͤhrten. Doch ward die Eroberung von Kijow nicht ſo raſch vollbracht, als man es gehoffſt. Wſßzeslaw vertheidigte ſich mit Ent⸗ ſchloſſenheit, auf die Huͤlfe ſeines Vetters Wßze⸗ wolod hoffend; der erſte Sturm der Verbuͤn⸗ deten ward abgeſchlagen, und ſie umzingelten die Stadt zu regelmaͤßiger Belagerung. Zwar litten die Ruſſen großen Verluſt bei ihren haͤufigen Ausfaͤllen, doch eben ſo verderblich waren den Polen ihr Wurfgeſchuͤtz und ih⸗ re Pfeile von den Mauern und Thuͤrmen der weitlaͤufigen wohlbefeſtigten Stadt. Das Jahr 1077 kam heran. Die uͤbrigen varan⸗
giſchen Fuͤrſten, Jzaslaw und dem Koͤnige feind,
verſuchten mehre Male, die hartbedraͤngte Stadt zu entſetzen, doch buͤßten ſie ihr Unternehmen mit der Aufopferung ihrer Voͤlker und ſelbſt eines Theils ihres Gebietes. Boleslaw unter⸗ warf ſich beide Ufer des Dnieper, und beſchloß


