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geben, die Schätze meiner Burg und meiner Städte, ſondern auch den koͤſtlichſten Schmuck, den jeglicher Eigenthuͤmer unter Allem am wi⸗ derwilligſten veräußert.— Leontios ſprach, die Schultern zuckend: Eines Andern duͤrfen ſich die Bewohner dieſes Landes ohnehin nicht ge— waͤrtigen, und des Fuͤrſten hoͤchſte Weisheit iſt es, das Unheil ſelbſt zum Heile zu geſtalten fuͤr ſich und ſein Volk. Gedenket Ihr nicht der Hekatombe von Jungfrauen, die man zu Kreta einſt dem Minotauros geopfert?—
So ſei es darum,— erwiederte der Ruſ⸗ ſenfuͤrſt mit einem Seufzer— doch moͤge bal⸗ digſt ein Theſeus erſcheinen.— Er wird nicht ausbleiben;— verſicherte Angelos— bald wer⸗ den ihn die Wellen des Pontos Euxinos an dieſe Geſtade tragen, und der Minos des noͤrd⸗ lichen Graziens ſeine Hunderttauſende begluͤk⸗ ken, und einſt, geſchmuͤckt mit einem glaͤnzen— dern Diadem, eben ſo viele Millionen!— Ich ſehe— ſprach der varangiſche Minos— ſei⸗ nem Erſcheinen mit Ungeduld entgegen. Sollte er aber uͤber Gebuͤhr ausbleiben, ſo erinnert Euch, Herr Leontios, daß Ihr hier nicht allein ein Abgeſandter Cäſars ſeid, ſondern auch eine


