Teil eines Werkes 
10. Band, Olgierd und Olga, oder Polen im eilften Jahrhundert : 1. Theil (1828) Polen im eilften Jahrhundert
Entstehung
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geſtell ein anſehnliches griechiſches Kreuz, in deſſen Mitte in einer rundlichen Vertiefung das Bild der Jungfrau mit dem göttlichen Kinde, darunter aber die Abbildung des heiligen Ba⸗ ſilius zu ſehen war.

Finſter und ſchweigend war der Leibeigene in das hintere Zimmer getreten; die Mutter aber ſchritt eilig nach dem Wandſchrank, ſie riß das verhuͤllende Tuch von ihrem Haar und warf den linnenen Kittel von ſich, der ihre Kleidung verdeckt hatte. Wie ſie nun vor dem Sohn ſtand, glich ſie keiner Bäuerin mehr, noch der Mutter eines eigenen Knechtes. Ihr dunk⸗ les Haar war theils in geordneten Flechten mit einer ſilbernen pfeilähnlichen Nadel auf dem

Wirbel des Kopfes befeſtigt, theils wallte es in reichen Locken herab; ein dunkelblaues, ei⸗ ner Tunika aͤhnliches Gewand ſchloß ſich eng an die wohlgeformten Glieder uͤber einem hell⸗ farbigen Unterkleide. War auch die Bluͤthe der Jugend von ihren Wangen gewichen, ſo erkannte man noch, daß die Mutter des Ol⸗ gierd einſt der reizendſten Jungfrauen Eine ge⸗ weſen war in einem fremdländiſchen Völker⸗ ſtamm. Stumm blickte der Sohn auf ſie,