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ſie noch juͤngſt mit ſchonungloſer Schadenfreu⸗ de getaͤuſcht, die wenigen Augenblicke, die von ihrem Huͤlferuf bis zum Eintritt ihres Gefol⸗ ges verſtreichen konnten, die gefaͤhrlichſten ihres Lebens waͤren, ja, daß dieſer kurze Moment ſich vielleicht fur ſie zur langen gefurchteten Ewig⸗ keit ausdehnen könnte: ſie fuhr erbleichend zu⸗ ruͤck, und unwillkuͤhrlich trug ſie ihre wanken⸗ den Schritte zu dem, was ſie für einen Altar hielt, ihn zu umfaſſen.— Raſch folgte ihr die Prinzeſſin von Mazvwien, ſie ergriff gewal⸗ tig der Koͤnigin Kleid und riß ſie abwaͤrts; ihre Augen flammten in der Wuth der Loͤwin, wenn ſie den Arm des Jaͤgers gegen das Jun⸗ ge aufgehoben ſieht, und in bebenden Toͤnen rief ſie: Fort von hier, Wittib des Siegmund Ja⸗ giello! Deine blutige Hand beruͤhre nicht die Behauſung des Opfers! Nicht der Fuß der triumphirenden Bosheit betrete die Stelle, wel⸗ che die ſchmerzlichſte Reue taͤglich mit brennen⸗ den Thraͤnen befeuchtet!—— Was ſollen dieſe Worte? ſprach die Koͤnigin mühſam nach Faſſung ringend— ich bin nicht allein, jedes Haar auf meinem Haupte wird bewacht; und ſo Ihr es kruͤmmtet, wuͤrdet Ihr ſchwerer Rechen⸗
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