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gleich genuͤgte, eine ſonſt ſelten geſpuͤrte Unbe⸗ haglichkeit in der Verſammlung des Hofes zu verbreiten; auch war es, als ob den Fuͤrſtin⸗ nen die Stimmung der Umgebenden nicht ent⸗ ginge. Obgleich Bona Sforza ſich wie immer in ruhiger Faſſung zeigte, und auch jetzt jenes gewiſſermaßen feſtſtehende Laͤcheln herablaſſen⸗ der Milde ihr Antlitz nicht verlaſſen hatte, ſo waren die wenigen Worte, die ſie ſprach, doch kuͤrzer betont als gewoͤhnlich, und ſogar mit einiger Bitterkeit verſetzt, wenn ſie dieſelben nicht an den Großmarſchall richtete, der ſeit einiger Zeit hoͤher in ihrer Gunſt zu ſtehen ſchien, als es je der Fall geweſen: die Prin⸗ zeſſin jedoch war, wo moͤglich, noch wortkarger als man ſie immer geſehen, und ihre Augen ſandten mehr forſchende Blicke unter dem tief herabhaͤngenden Wittwenſchleier hervor. Das Geſpraͤch war ſchon einigemal ins Stocken ge⸗ rathen, und jetzt trat unwillkuͤhrlich ein druk⸗ kendes Schweigen ein, waͤhrend deß Jeder der Gegenwaͤrtigen zu horchen ſchien, ob der Huf⸗ ſchlag des Pferdes noch nicht bald auf den Pflaſterſteinen des Schloßhofes wiederſchallen werde, das den Eilboten vom Reichstage her⸗


