Teil eines Werkes 
4. Band, Hippolyt Boratynski : 4. Theil (1826)
Entstehung
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und vornehmlich ermangelte man niemals, Fraͤu⸗ lein Helenen zur Begleitung der Prinzeſſin aufzufordern, und ſie wie fruͤher ſchon mit Auszeichnung und Freundſeligkeit zu behandeln. Helena folgte dem Gebot der Koͤnigin, oder vielmehr dem Willen der Mutter, doch ge⸗ wann ſie kein Herz zur Mailaͤnderin, und nimmer konnte ſie bei den Liebkoſungen, mit denen dieſe ſie beehrte, ein baͤnglich widerſtre⸗ bendes Gefuͤhl unterdruͤcken. So manches hatte ſie uͤberzeugt, die Verſoͤhnung beider Fuͤr⸗ ſtinnen ſey, wo nicht nur ſcheinbar, doch gewiß nicht die Wirkung milderer Geſinzungen, und nur mit Furcht und Mißbehagen mochte ſie auf ein Treiben blicken, deſſen unreine Quelle ſie wohl nicht kannte, doch ahnete. Ihr Geiſt war zu Piotrkow; dort, wußte ſie, ſollte mit dem Schickſal Barbarens auch das ihre ent⸗ ſchieden werden, und oft ſandte ſie zum Him⸗ mel ſtille Wuͤnſche füͤr den koͤniglichen Freund. Eines Tages, es war gegen die Mitte des Mai⸗ monds, befanden ſich außer den Damen der Hof⸗ haltung die wenigen hohen Beamten, welche ſich nicht entweder zur Reichsverſammlung, oder, um dem Erſcheinen daſelbſt auszuweichen, auf ihre Guͤ⸗ 2*