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und ſein Andenken verſiel der Verachtung.— Wir wollen nicht unterſuchen, was hier geſche⸗ hen ſeyn mag, von welcher Urſache die Ver⸗ wundung dieſes heldenmuͤthigen Knaben ſtammt, woher jene blutige Leichname kommen, auf die Unſer Fuß getreten in den Gaͤngen des Parks: huͤtet Euch jedoch, daß der Richter nicht an die Stelle des Sohnes trete, denn ſo wahr Gott uͤber Uns waltet und Unſer Reich, nicht der hoͤchſte Rang, nicht die geheiligten Bande des Blutes werden den ſchutzen, der das Leben Un⸗ ſeres Lebens antaſtet!— Eure Mafeſtaͤt— fuhr er gemaͤßigter ſort— ſehen hier die Wir⸗ thin dieſes Hauſes, und es moͤge Euch gefallen, die Pflicht des Gaſtes im Auge zu halten.— Darauf bot er Barbaren den Arm und geleitete ſie mit koniglicher Wuͤrde durch die Reihen des in der Naͤhe harrenden Hofes. Zaͤhneknirſchend folgte die Italienerin und der Schwur reichli⸗ cher Vergeltung zitterte unhoͤrbar uͤber die ent⸗ faͤrbten Lippen.
Als einige Tage darauf Anna von Mazowien ihren Vetter von Liegnitz zu der Säͤnfte beglei⸗ tete, die ihn aus Krakow hinweg zu bringen be⸗


