Teil eines Werkes 
2. Band, Hippolyt Boratynski : 2. Theil (1825)
Entstehung
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nigin. Als nun Bona die Lochter umfaſſend ihre Stirn kuͤßte, daͤuchte es Annen, als habe eine blutgierige Woͤlfin die Klauen um den blen⸗ dend weißen Hals eines Lammes geklammert und ſchlage den biſſigen Zahn in ſein unſchul⸗ dig Haupt. Einmal noch erwachte das Mutter⸗ gefuͤhl in ſeiner ganzen Staͤrke; ſie war im Be⸗ griff die Tochter aus den Armen der Verhaßten zu reißen, aber die Wuͤrfel lagen, und ſo ließ ſie dem Schickſal freien Lauf, das ihr Eintritt in dieß Gemach herausgefordert; war üe ſich doch bewußt, ſelbſt nicht wehrlos in den Kampf zu gehen.

Als die Konigin Helena Odrowonz aus ih⸗ ver Umarmung entlaſſen hatte, ſchaute ſie lange und wohlgefaͤllig auf die liebreizende Jungfrau, dann ſprach ſie: Wir ſind Unſrer fuͤrßlichen Muhme dankbar fuͤr das Vergnuͤgen, welches Uns der Anblick dieſes ſchoͤnen Fraͤuleins ge⸗ waͤhrt, und erſuchen ſie, daß ſie derſelben ge⸗ ſtatte, Uns als eine andere Mutter zu betrach⸗ ten.— Hoͤrt Ihr, mein lieblich Kind, als eine andere Mutter? Und nun laſſet Euch den Aufenthalt an einem Hofe gefallen, als