zuſehen war gleich einem Gerichtsſaal. In ſel⸗ bigem ſaß an einer langen Tafel mit vielen Ge⸗ richtsperſonen Jakob Zacharyn der Kanzler. Seit⸗ waͤrts aber ſtand ein Mann in geiſtlicher Kleidung, gleich einem vornehmen Prieſter der roͤmiſchen Kir⸗ che; umgeben von Wachen und Kerkerknechten. Der ſchauete ganz ruhig drein und unbefangen; jedoch als er mich erblickte, hob er die Hand an den Mund, wie man zu thun pflegt, wenn man ſich raͤuſpert; ich bemerkte aber deutlich, wie er den Zeigefinger an die Lippen druͤckte. Da ſchlug ich die Augen nieder, und ſchauete ihn nur manch⸗ mal von der Seite an, und verſtohlen, denn es daͤuchte mir, ich habe dies Antlitz ſchon ge⸗ ſchen vor Jahren; drauf hob der Kanzler an und ſprach zu ihm:„Es iſt dies ein Littauer von Adel, und Euch vielleicht bekannt?“— Er ſprach aber in verdorbenem Latein. Der Prieſter entgegnete:„Mit Nichten.“— und der Jakob Zacharyn befragte mich:„ Habet Ihr, Johan⸗ nes Lacki, niemals dieſen Herrn geſehen, am Hofe des Siegmund Jagtello zu Krakow?“— Ich antwortete:„da habe ich ihn nicht ſehen koͤnnen, denn ich bin niemals in der Stadt ge⸗ weſen, welche Ihr nennet.“— Drauf fragte er
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