Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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Ihro Gnaden ſoll es erfahren, ſagte Bartho⸗ lomäus nach einigem Sinnen, iſt doch wohl lei⸗ der die Zeit nahe, da das Myſterium Niemand mehr nützt, und ohne dies an den Tag kommt.

Sur ma foi, der gute Freund macht mich curios, verſicherte der Kammerherr, und folgte dem Andern leichten Sinnes in ein einſames Sei⸗ tengemach. Als er aber aus demſelben hervor⸗ trat, ſchien er tief erſchüttert, er war bleich, und ſein Ausſehn ernſt, niedergeſchlagen ſogar.

Die Krankheit Johann Georgs, ob ſie ſchon gleich im Beginnen ſich als unheilbar ankündigte, kämpfte jedoch längere Zeit mit der Kraft des jugendlichen Mannes, als ſie es bedurft hatte, das Fräulein von Neidſchütz zu beſiegen, und ſie⸗ ben Tage verſtrichen, während welcher der Kur⸗ fürſt ſich meiſt in der Beſinnungloſigkeit eines glühenden Fiebers befand, und in den wenigen lichtern Augenblicken beide Kurfürſtinnen heftig und fortwährend den Zutritt verweigerte, eben ſo nach Katha inens Mutter verlangend. Dem Verbote ward Folge geleiſtet, nicht dem Befehle. Herzog Auguſt, in welchem man bereits allge⸗ mein den künftigen Landesherrn erkannte, begann nach und nach die Rechte und Obliegenheiten eines