ſchwebte, erweckte alle Anhänglichkeit an den Lan⸗ desherrn, ein altes Erbtheil der Sachſen, wel— ches wohl zu bewahren wir ihnen rathen; man vergaß Manches, das man früher nicht gänzlich gebilligt, und auf allen Angeſichtern war Trau⸗ rigkeit zu leſen und ängſtliche Beſorgniß. Aber am niedergeſchlagenſten und unruhigſten war Bar⸗ tholomus Gobau, und nicht ſeit heute erſt war er es, ſchon ſeit mehreren Tagen, ſeit dem Tode Katharinens.
Eben hatte er den Leibmedieus verlaſſen, mit dem er in der großen Gallerie ein leiſes Geſpräch gepflogen, und ſeine Miene war noch düſterer geworden, als er den Kammerherrn Vizthum auf ſich zukommen ſah. Die letzten Ereigniſſe, be⸗ ſonders das des heutigen Tages, verſetzten den jungen Hofmann mehr als viele Andere in Span⸗ nung; ein Fall, der möglicher, ja wahrſcheinli⸗ cher Weiſe eintreten konnte, beſchäftigte ſeine Einbildungskraft, noch mehr aber, was aus die⸗ ſem Falle für ihn ſelbſt hervorgehen könne, für den Vertrauten und Günſtling Herzog Friedrich Auguſts. Was aber auch ſeine Gedanken waren, ſo gefiel es ihm, ſie beim Anblicke Gobau's zu


