Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

vorzuwerfen haben, was jedoch nachſichtige Rich⸗ ter, wie ich, einer ſchönen Frau in Betreff zu ihrem Manne nicht ſonderlich hoch anrechnen. Er? fragte ſie mit dem Ausdrucke des Wi⸗ derwillens und der Verachtung. Der Elende, was mag er mir vorwerfen können, die ich keine Pflicht gegen ihn hatte, dem ich dahin geworfen worden, einer verſchenkten Waare gleich, und dem ſie nur darum gab, weil ſie aus der Hand eines Prinzen an ihn kam? Hat er je vermocht, ihren Werth zu erkennen? Hinweg mit ihm! Was er Euch geſagt, achtet nicht auf das Ge⸗ ſchwätz des Erbärmlichen, welchem Alles ſeltſam und befremdlich erſcheinet, was jenſeit des engen Kreiſes liegt, in dem er tölpelhaft zugleich und poſſenreißeriſch ſein Weſen treibt. Ha! wirklich eine wunderliche Probe des Ehrgeizes hab' ich ab⸗ gelegt, als ich mich Dieſem zuſchleudern ließ! Zwar niedrig bin ich geboren, doch nicht für ihn, und willkührlich ſcheidet ſich das Höhere von dem Gemeinen. Ihr, Don Carlos, werdet mich anders erfinden, und beſſer als Jenes alberner Pöbelwahn wird mich Euer heller Geiſt erkennen. Bis jetzt aber, bemerkte der Edelmann, habt Ihr dieſem hellen Geiſte wenig Befriedigung ge⸗