Das iſt die Farbe, die die Erſten im Volke tra⸗ gen müſſen, der Abglanz des Purpurs auf dem Throne, um welchen ſie ſtehen. Und dieſe Gold⸗ ſtickerei— hier berührte die wohlgeformte Hand, deren Alabaſterweiße durch die Beſchäftigung an jenem geheimnißvollen Heerde keineswegs gelitten hatte, das ſchimmernde Laubgewinde— gleich ei⸗ nem Sinnbilde des eigenthümlichen Werthes, ge⸗ formt aus dem werthvollſten Metall, eignet ſie ſich nicht für einen ſolchen, der, kräftig und aus⸗ gerüſtet mit mancher Gabe, die Laufbahn des Glanzes betritt? Geſtehet es nur, mein theu⸗ rer Don, das Auge vieler Damen hat Euer Bild aufgenommen, vielleicht auch das Herz ſo Man⸗ cher unter ihnen? Und ihr Auge ſchien dies Bild in ihr Herz hinabziehen zu wollen, deſſen ſchöne Hülle unruhig wogte.
Die Augen des jungen Mannes wurden feu⸗ riger, und ſeine Stimme ſchwankte ein wenig, als er mit ſcheinbarer Beſcheidenheit erwiederte: Ihr ſeid zu gütig, Sennora; nicht alle Frauen ſind ſo nachſichtig als Ihr. Auch hoffe ich nicht, mein Bild habe ſolchen Eindruck gemacht, wel⸗ cher doch bald verlöſchen würde, denn morgen ſchon verlaſſe ich Dresden.


