Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 2. Band (1832)
Entstehung
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denburg⸗Culmbach, welche derſelbe dem Herrn anonciret mit Bitte um gnädigſten Conſens deſ⸗ ſelben, als Chef des Kurhauſes, dem mit Seinem Wohlnehmen die hochfürſtliche Vermählung als⸗ bald nachfolgen werde. Dieſe allerdings un⸗ erwartete Nachricht ſchien auf beide Damen ei⸗ nen ganz verſchiedenen Eindruck zu machen: Die Gräfinn von Rochlitz holte tief Athem, und blickte um ſich her wie Jemand, der von einer Laſt be⸗ freiet iſt; ihre Mutter ſtand ſchweigend, unter der dicht aufgetragenen Schminke die Farbe wech⸗ ſelnd, und erſt nach einigen Sekunden ſtießen ihre bebenden Lippen die mit bitterm Gelächter begleiteten Worte hervor: So haben denn nach langem Vagabundiren Seine Durchlauchtigkeit ſich entſchloſſen, eine ſolide Lebensweiſe als chriſt⸗ licher Ehegatte zu entriren! Und was ſagte denn der Kurfürſt zu ſolch löblicher Reſolution?

Wie vorher antwortete der Graf: Der gnä⸗ digſte Herr hat ſelbige mit extraordinairer Satis⸗ faction erfahren, und alſogleich das erbetene lan⸗ desherrliche und freundbrüderliche consentement ertheilet. Sage der Herr, ſo ſprachen Höchſt⸗ dieſelben zu dem überbringer, des Prinzen Lieb⸗

den, er möge ſich beeilen, damit ich den Die Frauen v. Neidſchütz. II. Bd. 2