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gegeben?— Als die Dame auf dieſe dringende Erkundigung ſchwieg, ſetzte Seckendorf hinzu: Deſideriret vielleicht Ihro Epcellenz des Prinzen beſchleunigte retour nicht gänzlich ſo eifrig, als die Decenz zu äußern gebietet?
Die Matrone warf bei dieſer etwas allzuun⸗ umwundenen Frage einen forſchenden Blick auf das Antlitz des Freiherrn; dann erwiederte ſie zögernd: Es iſt allgemein bekannt, daß zwiſchen dem Prinzen und andern Perſonen gewiſſe Diffe⸗ renzien obgewaltet haben, um dem Perrn Ba⸗ ron daraus ein mystère zu machen; indeß— hier ſtrebten ihre harten Züge wiederum den ſich ihnen verſagenden Ausdruck der Frömmigkeit an⸗ zunehmen— es iſt Chriſtenpflicht, den Belei⸗ diger zu pardonniren, und nur vornämlich der Frau Tochter und mir ſteht es zu, unſerer avaulage die des kurfürſtlichen Hauſes vorzuziehen,
in deſſen Durchlauchtigſten Chef wir unſern Pro⸗
tector verehren, und deſſen Intereſſe möglicher
Weiſe in Kurzem uns noch näher angehen wird.
— Den fränkiſchen Edelmann befremdete eine
Verſchloſſenheit, welche er nur der Gewohnheit
der Heuchelei zuſchreiben konnte; denn ihm galt
die Abneigung der Gräfinn gegen die Wiederkehr 5


