Teil eines Werkes 
9. Band, Die Frauen von Neidschütz : Novelle : 1. Band (1832)
Entstehung
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eine andere iſt gekommen, eine recht arge Zeit, da Sitte und Frömmigkeit nicht mehr, wie wohl ſonſt, in den Schlöſſern der Fürſten wohnen, all⸗ wo ſelbige ein Aſyl finden ſollten, wären ſie auch überall verbannt aus der Welt. Die Zeit iſt nicht mehr, da weiland Euer ruhmwürdiger Herr Va⸗ ter die Würde ſeines Hauſes aufrecht hielt, und den ſchuldigen Reſpect gegen ſeine Gemahlinn, nach gutem deutſchen Hofgebrauch; franzöſiſche Manieren ſind herüber gekommen, und mit ih⸗ nen Lauheit in menſchlichen und göttlichen Din⸗ gen, Courmachen, und Maitreſſenweſen; und wohl meinem Herrn und Gemahl hochſelig, wenn, wie doch nicht abſolut gewiß iſt, er nicht infor⸗ miret ſein ſollte von der Weiſe, wie man ſeiner fürſtlichen Wittib begegnet, einer königlichen Prinzeſſin von Dänemark. Wolle jedoch des Herrn Sohnes Liebden ſich perſuadiret halten, daß ich wiſſen werde, dergleichen Dingen Maß und Ziel zu ſetzen.—

Ich denke,— nahm der Kurfürſt mit vie⸗ ler Kälte das Wort— ich denke, daß Niemand es gegen Ihro königliche Hoheit an der gebüh⸗ renden Devotion ermangeln laſſen; ſollte dies jedoch wider Verhoffen der Fall ſein, Madame,