das ich mit Seiner Liebden, dem Kurfürſten, zu halten gedenke, und zwar noch heute Abend.—
Der Prinz fand nun zwar nicht den aller⸗ mindeſten Geſchmack an Familienſcenen, gleich der, welche ihm jetzt angekündigt wurde; die Frau Mutter aber führte, wie ſchon angedeutet worden, ein ziemlich ſtrenges Hausregiment, wel⸗ chem ſelbſt der Kurfürſt ſich nicht ſelten unter⸗ warf, und dem noch weniger der apanagirte Prinz ſich entziehen konnte. Auch war ſeine Empfindlichkeit gegen Johann Georg durch die Vorfälle des heutigen Tages geſteigert worden, und er gönnte demſelben von Herzen die ſcharfe Geſetzpredigt, welche ihm allem Anſcheine nach bevorſtand; er verneigte ſich alſo ehrfurchtvoll und einwilligend, und ſuchte darauf in ungezwun⸗ gener Weiſe ſich dem Fräulein von Keſſel zu nã⸗ hern. Auch ſchien dieſe ſolcher Näherung nicht ausweichen zu wollen; den eben erſt voll Unmuths verzogenen Mund verſchönte ein ſanftes Lächeln, und milder blickten die kurz zuvor verdüſterten Augen; aber noch hatte der Prinz die anſehnli⸗ che Peripherie der ihm mit Verbeugungen ent⸗ gegen getretenen däniſchen Geſandten nicht um⸗ ſchritten, als das Hoffräulein plötlich entwich.


